Dienstag, 26. Februar 2013

Verwirrspiel


Das nebenstehende Bild wurde am Abend des 3. May 2007 bereits an die Polizei verteilt, angeblich ausgedruckt auf einem Drucker einer Mitarbeiterin des Ocean Club. Auf diesem Bild ist Madeleine sicher ca. 1/2 bis 1 Jahr jünger als auf aktuellen Bildern vom Urlaub (Tennisphoto, Spielplatzphoto). Warum hatten die Eltern ein so altes Bild auf ihrer Kamera und warum wurde nicht ein aktuelles Photo zur Suche verwandt? Noch heute ist dieses Bild auf den internationalen Seiten der PJ und Interpol zu sehen. Ausserdem ist dort ihre Größe überall mit 90cm angegeben. 90cm bei einem Kind das kurz vor dem 4. Lebensjahr stand, ist aussergewöhnlich klein und wäre es wert gewesen bei der Suchbeschreibung deutlicher herausgestellt zu werden. Mindestens genauso ungewöhnlich wie der Fleck in ihrem Auge, der merkwürdigerweise nicht in ihrem Pass vermerkt ist, im Gegensatz zu einem Leberfleck am Bein.

An Hand dieses Bildes, das die Maße aus dem Originalkatalog für das Spielhaus verwendet, wäre Madeleine ca. 40" also um die 100 cm groß gewesen.



Warum wurde sowohl ein altes Photo als auch eine evtl. falsche Größe an die Polizei weitergegeben? Mitarbeiter des Ocean Club, die sie nur flüchtig immer in einer Gruppe anderer Kinder gesehen haben, würden sie doch sicher nicht an Hand dieses Bildes und der Größenangabe identifizieren können. War sie evtl. am 3. May schon nicht mehr am leben?

Dienstag, 5. Februar 2013

Keine Beweise!! - dafür oder dagegen


Im Interview mit Sandra Felgueiras gab Gerry McCann das neue Mantra (neben "Teambuilding" mit "good ordinary people" und "inherently good people) bekannt, das er siebenmal wiederholte:

"Es wurde untersucht, die Beweise wurden der Justiz übergeben, und die Justiz kam zu dem Schluß dass es keinen Beweis gab diese These zu unterstützen."

Dies habe ich dazu gefunden:

1. Teil der Untersuchung und vorläufiger Abschlußbericht bevor Goncalo Amaral entlassen wurde:

Madeleine starb im Apartment 5A, eine Entführung wurde vorgetäuscht, Kate und Gerry sind am Verbergen der Leiche beteiligt, es wird momentan von einem Unfall ausgegangen.


2. Teil der Untersuchung und Abschlußbericht unter Leitung von Paulo Rebelo:

Aufgrund der nicht zustande gekommenden Rekonstruktion durch die Weigerung zur Teilnahme aller Freunde der McCanns (Tapas 7) konnten folgende entscheidende Punkte nicht geklärt werden:

- Die Konstellation von Jane Tanner, Gerry McCann und Jeremy Wilkins zum Zeitpunkt der Sichtung des angeblichen Entführers. Die Diskrepanzen in den Zeugenaussagen sind ohne eine Rekonstruktion nicht erklärbar.

- der Zustand des Fensters, ob offen oder geschlossen, hätte durch eine Rekonstruktion anhand von Zugluft, Bewegungen der Vorhänge und Druckluft unterhalb der Tür, geklärt werden können und bleibt somit offen.

- die Zeitschiene, in der die Kinder überprüft wurden, die das Eingreifen eines "Entführers" sehr unwahrscheinlich machte, hätte geklärt werden können.

Der Bericht schliesst damit, das es nicht möglich ist eine solide und objektive Schlußfolgerung über das was wirklich in der Nacht passierte zu erhalten.

Daher werden keine weiteren Empfehlung gegeben, zusätzliche Untersuchungen durchzuführen. Die empfohlenen scheiterten an der Weigerung der Tapas 7.


3. Erklärung zur Archivierung des Falles durch die Oberstaatsanwälte José de Magalhães e Menezes und João Melchior Gomes

Gerade das Nichtzustandekommen der Rekonstruktion wird folgendermaßen ausgelegt:

"wir glauben dass der Hauptschaden die Arguidos McCann traf, die die Möglichkeit verloren zu beweisen, was sie seitdem sie Arguidos sind, beschworen haben: Ihre Unschuld an dem tragischen Ereignis; auch die Untersuchung wurde unterbrochen/gestört, weil genannte Fakten ungeklärt bleiben.
Sieht so der Abschluss einer Kriminaluntersuchung aus, die zweifelsfrei die Unschuld festgestellt hat? Ich denke NEIN!

Freitag, 1. Februar 2013

David Payne telefoniert


Am 4. Mai 2007 um 23:15 tätigt David Payne einen 100 Sekunden Anruf an folgende Telefonnummer in England: 0207 230 2061

Meinen Recherchen zufolge handelt es sich hierbei um die Nummer der SO7 Serious and Organised Crime in London, New Scotland Yard. Bei seinem Interview durch die Polizei von Leicestershire war er nicht sehr hilfreich in seinen Antworten bzgl. des Anrufs. Erst nachdem man ihm den Teilnehmer "Crime Specialist Director in London" vorschlug gab er den Anruf zu, wusste aber nichts mehr zum Inhalt zu sagen. Er gab an, diese Nummer von seiner Schwester erhalten zu haben.

Chef dieser Einheit ist Graham McNulty, der die Operation Ainstable leitete, deren Hauptprotagonist, Paul Bennett, zufällig am 14. Juni 2007 am Flughafen von Faro festgenommen werden konnte, nachdem er jahrelang "gesucht" wurde. Alleine die Geschichte, wie Paul Bennett die Briten aufs Kreuz legte, und im Austausch gegen "Waffenverstecke", die er im Gefängnis erst organisierte, nach ein paar Monaten einer über 20-jährigen Haftstrafe freigelassen wurde, gibt Stoff für einen Blockbuster-Mehrteiler.

Dass aber ausgerechnet dieser Paul Bennett, Drogenbaron und schlimmeres, in der Haft vorgab, von einem algerischen Kollegen gehört zu haben, dass der Madeleine für 100.000 Pfund entführt und verkauft habe, würde ein normales Kinopublikum sicher nicht mehr mit einem Oscar würdigen. Zu weit hergeholt für jeden Geschmack.

Was ich damit sagen will? Keine Ahnung, aber wenn man in dieser Geschichte anfängt zu recherchieren, stößt man auf die unglaublichsten Verwicklungen.